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24.02.2017

 

Internationaler Frauentag

"Frauen MACHT faire Chancen" Brandenburgische Frauenwoche 2017

 

Der Frauentag ist für die Frauen dieser Welt ein Symbol der Stärke und Schwesterlichkeit von Frauen. Der Tag verbindet als Kampf- und Gedenktag historische Momente mit aktuellen Notwendigkeiten und der Entwicklung zukünftiger Perspektiven für die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft.

 

Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Arbeiter- und Soldatenfrauen und erstmals auch Bauernfrauen der armen Stadtviertel auf der Wyborger Seite und lösten damit die Februarrevolution aus. (Der Name geht auf den damals in Russland geltenden Julianischen Kalender zurück, denn nach diesem begann die Revolution am 23. Februar. Nach gregorianischer Zeitrechnung ist das der 8. März).

 

Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Revolution wurde auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.

 

Heute, genau 100 Jahre später – fast schon Zynismus der Zeit -, gibt es durch die Entkriminalisierung häuslicher Gewalt im russischen Rechtssystem kaum noch gesetzliche Schutzbarrieren für die betroffene Frauen. Darüber hinaus existiert keine offizielle Statistik über Straftaten und Gewalt in Familien. Die Gewalt an Frauen wird bagatellisiert - ein Skandal ohne Aufschrei. Diese Retraditionalisierungstendenzen von Familie sind in "Krisenzeiten" bedenklich. Es gibt nur wenige Berichterstattungen, die die Verschlechterung der Lebenssituationen von Frauen unter aktuellen rechtspopulistischen Diskursen aufzeigen.

Die Idealisierung der Familie und die Propagierung starrer Geschlechterrollen sollen Sicherheit in einer komplexen, globalisierten Welt vermitteln, eine Entwicklung zu Ungunsten der Gleichstellung von Frauen weltweit.

Rechte Gruppierungen weltweit nutzen Gender, Geschlechterforschung und Feminismus als Feindbilder und unterstellen ihnen, dass sie die angeblich natürliche Ordnung bedrohen.

Am Internationalen Frauentag ist es somit wichtiger denn je, auf die aktuellen politischen Diskurse und Entwicklungen zu schauen. Historische Momente und die wichtigen Errungenschaften von Frauen dürfen nicht im Schatten des Erstarkens nationalistischer Denkweisen verblassen. Die Solidarität und unsere verbindende Schwesterlichkeit ruft alle dazu auf, den Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen, und erkämpfte Rechte und Freiheiten nicht durch aktuelle soziale Veränderungen wortlos aufzugeben.

 

 

Kontakt für Rückfragen: Heiderose Gerber, Geschäftsführerin Autonomes Frauenzentrum Potsdam e.V., Schiffbauergasse 4H, 14467 Potsdam, 0331 90 13 13